Jetzt ist die Zeit …
Oberstes Ziel unseres Engagements ist es, für uns Menschen und für alle anderen Lebewesen die Bewohnbarkeit unserer ERDE sicherzustellen.
Jetzt und in Zukunft.
Eine Jahrhunderte lange Tradition der Ausbeutung und Vernichtung von Menschen, Tieren und Ökosystemen hat unseren Planeten an den Rand seines Zusammenbruchs geführt. Wir stehen inzwischen nicht vor, sondern mitten in der Herausforderung unseres Lebens:
Sorge zu tragen, dass wir selbst, unsere Kinder und Enkel noch gut werden leben können. Und das in respektvoller Ko-Existenz mit anderen Lebewesen und Lebensformen.
Jetzt ist die Zeit, Konsequenzen daraus zu ziehen, dass wir Menschen schon längst ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte und zugleich ein entscheidendes Kapitel der Erdgeschichte aufgeschlagen haben. Anthropologen haben dafür den Begriff „Anthropozän“ geprägt. Wir sind dabei schmerzhaft zu lernen, dass wir Menschen nicht nur wirkmächtige Mitgestalterinnen des großen Lebensorganismus ERDE sind, sondern selbst eben auch einfache Mitbewohner, die ohne eine bewohnbare ERDE nicht mehr gut werden leben können. Irritiert stellen wir fest, dass wir in unserer Wohnung (z.T. ungewollt) offenbar doch wohl mehr veranstaltet haben als nur ein paar Partys zu viel zu feiern. Dass wir doch nicht darauf verzichten wollen, uns frühmorgens vom Gezeter der Vögel wecken zu lassen, nach Wildkräutern duftende Luft einzuatmen oder zur Abkühlung in einen klaren See zu hopsen.
Bruno Latour hat das in seinem letzten Buch (2022) treffend so ausgedrückt:
„Es gab einen Rahmen, der auf unser Handeln nicht reagierte; jetzt reagiert er, und das auf allen Ebenen: Viren, Klima, Humus, Wälder, Insekten, Mikroben, Ozeane und Flüsse. Eingeschüchtert, verloren, ungelenk, wie wir sind, wissen wir plötzlich buchstäblich nicht mehr, wie wir uns verhalten sollen.“
Nur langsam wird uns bewusst, dass wir zwar lange so gelebt haben, als bewohnten wir allein eine unbelebte „Natur“ oder „Umwelt“, aus der wir uns unbegrenzt bedienen könnten, dass das aber eigentlich niemals wirklich so war. Vielmehr existieren wir inmitten eines vielfältigen, oftmals auch konfliktreichen Sammelsuriums des Lebens und teilen uns eine begrenzte ERDE in einem dichten Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten mit vielen anderen Lebewesen und Lebensformen. In diesem Sinne steht der Name „Tier-Partei“ für die Gesamtheit aller Lebensformen, auch für uns Menschen, die wir alle das Tier sind, das wir also sind.
Wir finden, dass es jetzt höchste Zeit ist, für uns selbst und diese anderen Lebewesen die Verantwortung zu übernehmen, die uns als mächtigstem Akteur zuwächst: Dass wir uns jenseits aller Unterschiede und Lebensweisen endlich zusammenraufen und gemeinschaftlich, kreativ und umsichtig darauf hinarbeiten, unser aller Lebensgrundlagen langfristig zu erhalten. Verlässlich wissen wir aus den Geowissenschaften: Oberste Priorität muss aktuell die Reduktion von Kohlendioxyd, Methan und anderen Treibhausgasen in der Erdatmosphäre haben, um die massiven klimatischen Auswirkungen der Erderwärmung zu begrenzen.
Es ist ganz klar, dass unser Engagement für eine bewohnbare ERDE mühsam und konfliktreich ist, weil uns allen das ein neues Selbstverständnis und (gerade in Deutschland) auch vielfältige und tiefgreifende Veränderungen abverlangen wird. Aber: Wir können noch mehr (wieder-)gewinnen: unsere Zukunft und die unserer Kinder. Und auch die Chance Teil einer großen Gemeinschaft von Menschen zu werden, die bereit sind, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Und vielleicht ist es auch ein bisschen so, wie Aktivist:innen in Frankreich formuliert haben: „Wir verteidigen nicht die Natur, wir sind die Natur, die sich verteidigt.“
Wir rufen hiermit am 23. August 2024 in Tübingen (Deutschland) eine Sammlungsbewegung ins Leben, die sich konsequent der Aufgabe verschreibt, die Bewohnbarkeit unserer Erde zu bewahren, und die sorgfältig kartografiert, welche konkreten Maßnahmen in den verschiedenen Lebensbereichen notwendig sind, um dieses Ziel voranzubringen.
Wir möchten Menschen zusammenbringen, die sich konsequent dieser großen Herausforderung stellen. Klar ist: die bisherige politische Orientierung, die eigene Herkunft, Geschlecht oder Religion spielen dafür keine Rolle. Ein respektvoller Umgang allerdings schon.
In einem ersten Schritt wollen wir interessierte Menschen zusammenbringen und uns niederschwellig per Videokonferenz kennenlernen. Eine erste Viko ist für den Oktober 2024 geplant.
In einem zweiten Schritt werden wir die Handlungsfelder kartografieren und durchbuchstabieren, was konkret auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu tun ist und die Dringlichkeit der Intervention zu evaluieren. Dafür brauchen wir Fachleute aus den verschiedensten Lebensbereichen, die sich jetzt schon vor Ort engagieren. Wichtig ist, die bisher isolierten, verschiedenen Lebensbereiche zusammenzuführen und auf diese Weise eine bessere (sich sicher prozesshaft ständig weiterentwickelnde) Gesamtschau zu entwickeln.
Die Arbeitshypothese lautet: Nur wenn wir besser verstehen, an welchem Punkt wir selbst uns gerade innerhalb des großen Ganzen engagieren, und uns innerhalb einer größeren Bewegung uns immer wieder austauschen und gegenseitig motivieren, werden wir gemeinsam den langen Atem aufbringen können, den dieses Mega-Projekt erfordert.
Wir werden gemeinsam schauen und diskutieren, wohin uns der Weg führt und auch unsere Organisationsformen selbst neu finden. Ob dazu perspektivisch auch die Gründung einer eigenen politischen Partei sinnvoll ist, bestimmt ihr selbst.
Interesse? Dann registriere Dich gerne, indem Du Deine Email-Adresse (wenn du magst, auch schon mit ein paar Stichworten, was Dich besonders bewegt oder interessiert) an unsere datensichere Email-Adresse sendest: info@tier-partei.de
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Es freut sich auf euch: Markus aus Tübingen